Dampfdestillation von Hanf – ihre Produkte und Vorteile

Was macht Hanf zu dem, was er ist? Es sind nicht nur CBD oder THC – vor allem Duft und Geschmack prägen seinen Charakter. Das typische Aroma entsteht durch Terpene, aromatische Verbindungen, die mithilfe eines besonders schonenden Destillationsverfahrens gewonnen werden können. Während Cannabinoide einer strengen Regulierung unterliegen, stellen diese Pflanzenstoffe eine legale Rohstoffquelle für Brauereien, Getränkehersteller sowie Unternehmen aus der Kosmetik- und Lebensmittelbranche dar. Entdecken Sie, wie eine jahrhundertealte Technik den Weg für die moderne Nutzung dieser faszinierenden Pflanze ebnet.

Was ist Dampfdestillation von Hanf?

Die Dampfdestillation ist ein physikalisches Verfahren, bei dem heißer Wasserdampf durch pflanzliches Material geleitet wird und dabei flüchtige aromatische Stoffe – insbesondere Terpene – aufnimmt. Diese lösen sich bereits bei Temperaturen von etwa 100–120 °C, wodurch ihre empfindlichen Strukturen erhalten bleiben.

 

Beim anschließenden Abkühlen des Dampfes entsteht eine Mischung aus ätherischem Öl (reich an aromatischen Verbindungen) und Hydrolat – also Wasser mit feinem Hanfaroma. Beide Fraktionen werden danach voneinander getrennt und können für unterschiedliche Anwendungen genutzt werden.

Wie funktioniert das in der Praxis?

Eine Anlage für dieses Verfahren besteht aus vier zentralen Komponenten:

  1. Kessel mit Wasser, das bis zum Siedepunkt erhitzt wird. 
  2. Destillationskammer, gefüllt mit Hanfblüten und -blättern. 
  3. Kondensator, in dem der Dampf abkühlt und wieder verflüssigt wird.
  4. Separator, der das Öl vom Wasser trennt.

Der gesamte Prozess dauert mehrere Stunden und verläuft besonders schonend – ohne den Einsatz von Chemikalien und ohne Beeinträchtigung der wirksamen Bestandteile. Die Ausbeute liegt in der Regel bei 0,1–1 % des Trockengewichts der Pflanze, das gewonnene Öl ist jedoch hochkonzentriert und sehr aromatisch.

Dampfdestillation vs. Alkoholextraktion

Methode Was wir erhalten Vorteile Nachteile
Dampfdestillation Terpene (z. B. Limonen, Pinen, Myrcen, BCP) Reines Produkt ohne Chemikalien, natürliches Aroma, geeignet für Lebensmittel, umweltfreundlich Extrahiert keine Cannabinoide, geringerer Ertrag
Alkoholextraktion Cannabinoide (CBD, CBG, THC) Hohe Konzentration, präzise Kontrolle der Zusammensetzung Verlust von Terpenen, mögliche Alkoholrückstände, Reinigungsbedarf

Moderne Hersteller kombinieren oft beide Methoden – zunächst werden die Terpene durch Dampfdestillationgewonnen, danach die Cannabinoide durch Alkoholextraktion. Am Ende werden die Terpene wieder in den Extrakt zurückgeführt, um das natürliche Profil der Pflanze wiederherzustellen und den sogenannten Entourage-Effekt zu verstärken – die gegenseitige Synergie von Cannabinoiden und Terpenen.

💚 Warum Dampfdestillation von Hanf durchführen?

  1. Gewinnung wertvoller Terpene
    Terpene sind eine legale und hoch geschätzte Rohstoffquelle für die Lebensmittel-, Kosmetik- und Aromatherapie-Industrie.
  2. Rechtlicher und wirtschaftlicher Vorteil
    Im Gegensatz zu Cannabinoiden sind Terpene frei handelbar und ermöglichen den Export in Länder, in denen CBD streng reguliert ist.
  3. Nachhaltigkeit
    Das Verfahren ist ökologisch und ermöglicht einen Zero-Waste-Ansatz – das destillierte Pflanzenmaterial kann später noch zur Cannabinoidextraktion oder als Biomasse verwendet werden.
  4. Materialverwertung
    Auch Blätter, Stängel oder Produktionsreste können als Quelle aromatischer Stoffe dienen.

Dampfdestillation

Terpene aus Hanf: Ein wissenschaftlicher Blick

Terpene sind natürliche aromatische Verbindungen, die Pflanzen ihren Duft verleihen, sie schützen und gleichzeitig die Wirkung von Hanf beeinflussen. In Hanf wurden über 150 verschiedene Terpene entdeckt – zu den bekanntesten gehören Myrcen, Limonen, Pinen, Linalool, Humulen und Beta-Caryophyllen (BCP), das auch auf das Endocannabinoid-System wirkt.

 

👉 Mehr darüber, wie Terpene funktionieren und warum sie wichtig sind, lesen Sie im Artikel über Terpene.

BCP als diätetisches Cannabinoid

Die faszinierendste Eigenschaft von Beta-Caryophyllen (BCP) ist seine Fähigkeit, sich an CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems zu binden. Damit ist es das einzige bekannte diätetische Cannabinoid, das chemisch gesehen kein Cannabinoid im klassischen Sinn ist.

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Was bedeutet das?

CB2-Rezeptoren befinden sich hauptsächlich im Immunsystem und in peripheren Geweben. Im Gegensatz zu CB1-Rezeptoren (die durch THC aktiviert werden und psychoaktive Wirkungen verursachen), verursacht die Aktivierung von CB2 keine Intoxikation.

BCP wirkt als selektiver CB2-Agonist, was bedeutet:

  • Es bindet sich gezielt an CB2-Rezeptoren
  • Es aktiviert sie, ohne CB1-Rezeptoren zu beeinflussen
  • Es kann die Immunantwort modulieren
  • Es besitzt potenziell entzündungshemmende Wirkungen

Sicherheit von BCP in Lebensmitteln

Beta-Caryophyllen hat ein hervorragendes Sicherheitsprofil:

 

GRAS-Status (Generally Recognized As Safe) – verliehen von der FDA (USA), was bedeutet, dass die Substanz aufgrund ihrer langen sicheren Verwendung als Lebensmittelzutat als unbedenklich gilt.

 

EFSA-Zulassung – die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigte die Sicherheit für die Verwendung als Aromastoff.

 

FEMA GRAS – die Flavor and Extract Manufacturers Association hat BCP als sicheren Aromastoff eingestuft.

 

Lange Verwendungsgeschichte – Menschen konsumieren BCP seit Jahrtausenden über alltägliche Lebensmittel und Gewürze, ohne bekannte Nebenwirkungen.

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BCP-Produkte: Wenn Aromatisierung zusätzliche Vorteile bringt

Der Hauptgrund für die Verwendung von Beta-Caryophyllen in Produkten ist sein hervorragendes Aroma-Profil – würzig, pfeffrig, holzig, das Produkten Tiefe und Komplexität verleiht. Dank seiner einzigartigen Eigenschaften können diese Produkte jedoch weitere positive Effekte bieten, die über die reine Aromatisierung hinausgehen.

Was wissen wir aus der Forschung?

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In-vitro-Studien (Zellversuche) zeigen:

  • Aktivierung der CB2-Rezeptoren
  • Verringerung der Produktion proinflammatorischer Zytokine
  • Antioxidative Aktivität

In-vivo-Studien (Tiermodelle) deuten darauf hin:

  • Mögliche entzündungshemmende Wirkungen
  • Potenziell schmerzlindernde Eigenschaften
  • Magenschützende Effekte

Klinische Studien (am Menschen) sind bisher begrenzt, aber einige deuten auf Folgendes hin:

  • Gute Verträglichkeit und Sicherheit
  • Mögliche Beeinflussung von Entzündungsmarkern

Mehr über die Wirkungen von BCP HIER.

 

Fazit

 

Die Dampfdestillation von Hanf stellt eine raffinierte, ökologische und wirtschaftlich interessante Methode dar, um das volle Potenzial dieser vielseitigen Pflanze zu nutzen.


Author: Lucie Garabas

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