Borreliose: Welche Symptome und Behandlung gibt es?
Autorin des Artikels: Lucy Garabas
Die Lyme-Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien des Borrelia-burgdorferi-Komplexes verursacht und durch Zecken übertragen wird. Die Erkrankung kommt in vielen Regionen der Welt vor und kann ernsthafte Folgen haben, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Wir zeigen, welche Symptome eine Borreliose verursachen kann, wie sie behandelt wird und ob CBD während beziehungsweise nach der Behandlung unterstützend eingesetzt werden kann.
Zusammenfassung des Artikels:
- Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Infektionskrankheit, die bei frühzeitiger Erkennung in der Regel erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden kann.
- Zu den typischen Anzeichen gehören eine charakteristische Hautrötung an der Einstichstelle, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen sowie neurologische Beschwerden. Eine frühzeitige Diagnose ist daher besonders wichtig.
- CBD kann möglicherweise zur Linderung einzelner Begleitbeschwerden beitragen, ersetzt jedoch keinesfalls die medizinische Behandlung. Bei Verdacht auf Borreliose sollte immer ärztlicher Rat eingeholt werden.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Was ist Borreliose?
- Borreliose vorbeugen
- Welche Symptome hat Borreliose?
- Wie wird Borreliose diagnostiziert?
- Behandlung einer Borreliose
- Anhaltende Beschwerden nach der Behandlung (PTLDS)
- Mögliche Wirkungen von CBD bei Borreliose
- Welche Pflanzen können unterstützend eingesetzt werden?
- Häufig gestellte Fragen
Was ist Borreliose?
Borreliose, genauer Lyme-Borreliose, ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien des Borrelia-burgdorferi-Komplexes verursacht und durch Zecken übertragen wird.
Die Borrelien kommen natürlicherweise in verschiedenen Wirtstieren vor. Zecken können die Bakterien beim Blutsaugen an infizierten Tieren wie Nagetieren oder anderen kleinen Säugetieren aufnehmen. Bei einem späteren Stich können die Erreger auf den Menschen übertragen werden.
Ein erhöhtes Risiko für Zeckenkontakt besteht insbesondere in feuchten Wäldern, Gebüschen, an Waldrändern und in hohem Gras. Wer sich häufig in der Natur aufhält, kommt entsprechend leichter mit Zecken in Kontakt.

Die Lyme-Borreliose erhielt ihren Namen nach dem Ort Lyme im US-Bundesstaat Connecticut, wo in den 1970er-Jahren auffällig viele Erkrankungsfälle mit Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen beobachtet wurden. Hautmanifestationen der Erkrankung waren in Europa allerdings bereits deutlich früher bekannt.
In Deutschland ist grundsätzlich in allen Regionen von einem Infektionsrisiko auszugehen. Wie häufig Zecken Borrelien tragen, kann regional stark schwanken. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass Lyme-Borreliose in Deutschland weit verbreitet ist und ernst genommen werden sollte.
Vorbeugung ist besonders wichtig
Der wichtigste Ansatz zur Vorbeugung einer Borreliose besteht darin, Zeckenstiche möglichst zu vermeiden. Dazu gehören geeignete Repellentien, lange Kleidung bei Aufenthalten in Wald oder hohem Gras sowie eine gründliche Kontrolle des Körpers nach Aktivitäten im Freien. Hat sich bereits eine Zecke festgesaugt, sollte sie möglichst schnell entfernt und die Einstichstelle anschließend beobachtet werden.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung:
- Verwenden Sie geeignete Repellentien, beispielsweise mit DEET oder Icaridin.
- Tragen Sie helle Kleidung, auf der Zecken leichter zu erkennen sind, und möglichst lange Hosen.
- Kontrollieren Sie nach einem Aufenthalt in der Natur den gesamten Körper – besonders Hautfalten, Haaransatz, Achselhöhlen und Leistengegend.
- Entfernen Sie eine Zecke so schnell wie möglich mit einer geeigneten Zeckenpinzette oder Zeckenkarte. Das Übertragungsrisiko steigt mit zunehmender Saugdauer.
- Eine Laboruntersuchung der entfernten Zecke auf Borrelien ist zwar grundsätzlich möglich, das Ergebnis erlaubt jedoch keine zuverlässige Aussage darüber, ob tatsächlich eine Infektion des Menschen stattgefunden hat, und sollte nicht die Grundlage für eine Antibiotikabehandlung sein.
Welche Symptome hat Borreliose?
Bei einer Lyme-Borreliose können verschiedene Beschwerden auftreten:
- Hautrötung (Erythema migrans/Wanderröte): Ein besonders typisches Zeichen ist eine sich ausbreitende Rötung rund um die Einstichstelle. Sie beginnt häufig als kleiner roter Fleck und vergrößert sich nach und nach ring- oder ovalförmig. Die betroffene Stelle kann sich warm anfühlen, ist jedoch häufig weder schmerzhaft noch juckend.
- Fieber und Müdigkeit: Eine Borreliose kann mit erhöhter Temperatur, ausgeprägter Erschöpfung und allgemeinem Schwächegefühl einhergehen.
- Muskel- und Gelenkschmerzen: Schmerzen in Muskeln und Gelenken können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und an wechselnden Körperstellen auftreten.
- Kopfschmerzen: Auch Kopfschmerzen gehören zu den möglichen Begleiterscheinungen der Erkrankung.
Wussten Sie, dass eine Borrelien-Infektion zunächst auch ohne deutlich erkennbare Symptome verlaufen kann? Nicht bei allen Betroffenen tritt beispielsweise eine sichtbare Wanderröte auf. Bei auffälligen Beschwerden nach einem Zeckenstich sollte deshalb ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wie wird Borreliose diagnostiziert?
Die Diagnose einer Borreliose basiert in der Regel auf einer Kombination aus klinischer Beurteilung, den vorhandenen Symptomen und gegebenenfalls Laboruntersuchungen. Bei der serologischen Diagnostik werden Antikörper gegen Borrelien im Blut untersucht. Wichtig ist, dass entsprechende Antikörper insbesondere zu Beginn einer Infektion noch nicht zuverlässig nachweisbar sein müssen. Deshalb werden Laborbefunde immer zusammen mit dem klinischen Erscheinungsbild bewertet.

Behandlung einer Borreliose
Die Behandlung der Lyme-Borreliose erfolgt mit Antibiotika. Welche Therapie gewählt wird und wie lange sie dauert, hängt unter anderem vom Stadium der Erkrankung und den vorhandenen Beschwerden ab:
- Antibiotika: In frühen Stadien werden häufig Wirkstoffe wie Doxycyclin, Amoxicillin oder Cefuroxim eingesetzt. Bei bestimmten fortgeschrittenen Verläufen oder neurologischer Beteiligung können andere beziehungsweise intravenös verabreichte Antibiotika erforderlich sein. Die konkrete Therapie legt der behandelnde Arzt fest.
- Schmerzmittel: Zur Linderung von Schmerzen und weiteren Beschwerden können je nach individueller Situation beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden.
- Unterstützende Maßnahmen: Ausreichend Ruhe, Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung können die Genesung unterstützen. Bei Beschwerden des Bewegungsapparates kann außerdem Physiotherapie sinnvoll sein.
- Kontrolle des Krankheitsverlaufs: Auch nach Abschluss der Antibiotikabehandlung sollten anhaltende oder neu auftretende Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Unbehandelte Borreliose
Eine unbehandelte Borreliose kann unter anderem das Nervensystem, die Gelenke und in seltenen Fällen auch das Herz betreffen. Möglich sind beispielsweise Nervenschmerzen, Lähmungserscheinungen, Gelenkentzündungen oder andere neurologische Beschwerden. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist deshalb besonders wichtig.
Anhaltende Beschwerden nach der Borreliose-Behandlung (PTLDS)
Bei einem Teil der Betroffenen können auch nach einer abgeschlossenen antibiotischen Behandlung Beschwerden über längere Zeit fortbestehen. Dafür wird unter anderem der Begriff Post-Treatment Lyme Disease Syndrome (PTLDS) verwendet.
Zu den möglichen anhaltenden Beschwerden gehören:
- Chronische Müdigkeit
- Gelenk- und Muskelschmerzen
- Kognitive Beschwerden – beispielsweise sogenannter „Brain Fog“, Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen
- Neurologische Beschwerden wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle
Eine längerfristige oder wiederholte Antibiotikabehandlung ohne entsprechenden medizinischen Grund gilt bei solchen anhaltenden Beschwerden nicht als Standardtherapie. Die Behandlung konzentriert sich vielmehr auf die jeweiligen Symptome und sollte individuell mit einem Arzt abgestimmt werden.
Mögliche Wirkungen von CBD bei Borreliose
Studien zu einer direkten Wirkung von CBD auf Borrelien oder zur Behandlung einer Lyme-Borreliose sind bislang sehr begrenzt. Belastbare klinische Untersuchungen speziell zur Borreliose fehlen. CBD sollte deshalb keinesfalls als Behandlung der Infektion betrachtet werden. Untersucht werden jedoch verschiedene allgemeine Eigenschaften von CBD, die bei einzelnen Begleitbeschwerden beziehungsweise anhaltenden Symptomen nach einer Behandlung interessant sein könnten:
Entzündungshemmende Eigenschaften
CBD wird wissenschaftlich unter anderem im Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen untersucht. Da entzündliche Reaktionen beispielsweise bei Gelenkbeschwerden eine Rolle spielen können, könnte dieser Wirkmechanismus für die symptomatische Unterstützung von Interesse sein. Daraus lässt sich jedoch keine spezifische Wirksamkeit gegen Borreliose ableiten.
Mögliche Unterstützung bei Schmerzen
Auch der Einfluss von CBD auf unterschiedliche Schmerzmechanismen ist Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Bei anhaltenden Muskel-, Gelenk- oder neuropathischen Schmerzen könnte CBD daher für manche Betroffene als ergänzende Option interessant sein. Die individuelle Anwendung sollte jedoch insbesondere bei bestehenden Erkrankungen ärztlich abgeklärt werden.
Einfluss auf Immunreaktionen und Entzündungsprozesse
Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass Cannabidiol bestimmte Prozesse des Immunsystems beeinflussen kann. Welche Bedeutung diese Mechanismen speziell bei PTLDS haben, ist derzeit jedoch nicht ausreichend geklärt.
Schlaf und Regeneration
Schlafstörungen und anhaltende Müdigkeit gehören zu den Beschwerden, die nach einer Borreliose auftreten können. CBD wird auch hinsichtlich seines möglichen Einflusses auf Schlaf, Stress und Regeneration untersucht. Die Ergebnisse hängen jedoch unter anderem von Dosierung, Produkt und individueller Reaktion ab.
Wenn Sie aktuell Antibiotika oder andere Medikamente einnehmen, sollten Sie CBD-Produkte nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker verwenden. CBD kann den Abbau verschiedener Arzneimittel beeinflussen; ein bloßer zeitlicher Abstand zwischen den Einnahmen schließt mögliche Wechselwirkungen nicht grundsätzlich aus.
Welche weiteren Pflanzen können unterstützend eingesetzt werden?
Verschiedene Pflanzen und Naturstoffe werden traditionell zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens, des Immunsystems oder bei entzündungsbedingten Beschwerden verwendet. Wichtig ist jedoch: Sie können eine Borreliose nicht heilen und dürfen weder die ärztliche Behandlung noch eine notwendige Antibiotikatherapie ersetzen.
- Echinacea (Sonnenhut): Echinacea wird traditionell zur Unterstützung der körpereigenen Abwehr verwendet.
- Engelwurz (Angelica archangelica): Die Pflanze wird traditionell in unterschiedlichen Bereichen der Pflanzenheilkunde eingesetzt.
- Knoblauch (Allium sativum): Knoblauch enthält verschiedene biologisch aktive Schwefelverbindungen und kann Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein.
- Kurkuma (Curcuma longa): Curcumin, einer der bekanntesten Inhaltsstoffe der Kurkumawurzel, wird wissenschaftlich insbesondere im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen untersucht.
- Reishi (Ganoderma lucidum): Der Vitalpilz wird traditionell zur Unterstützung der allgemeinen Vitalität eingesetzt. Eine therapeutische Wirkung gegen Borreliose ist jedoch nicht belegt.
