Laut einer offiziellen Studie ist Marihuana 100-mal weniger giftig als Alkohol und sicherer als Tabak

Autor: Eva Keller

Eine neue wissenschaftliche Studie hat die Toxizität verschiedener Drogen untersucht und festgestellt, dass Marihuana dabei als eindeutig sicherer hervorgeht. Marihuana ist deutlich weniger schädlich als alle anderen untersuchten Substanzen, einschließlich der legalen Drogen Alkohol und Tabak.

Marihuanakonsum in den Vereinigten Staaten

Marihuana, auch als Gras oder Kif bekannt, besteht aus den getrockneten Blättern und Blüten der Hanfpflanze Cannabis sativa. Laut Statistiken des US-Instituts für Drogenmissbrauch haben 51,90 % der Befragten im Alter von 18 bis 25 Jahren Marihuana konsumiert. Bei den 12- bis 17-Jährigen lag der Anteil bei 16,40 % und bei den über 26-Jährigen bei 45 %.

In über der Hälfte der US-Bundesstaaten ist der Konsum von Marihuana sowohl als Genussmittel als auch zu medizinischen Zwecken gesetzlich verboten. Im Jahr 2015 erlaubten jedoch 21 US-Bundesstaaten sowie der District of Columbia die medizinische Nutzung der Pflanze.

Medizinischer Nutzen von Marihuana

Zahlreiche Studien belegen den positiven medizinischen Nutzen von Marihuana, insbesondere bei Schmerzen, Schlafstörungen und für das allgemeine Wohlbefinden. Eine Studie von Trip et al. (2014) zeigte, dass Marihuana bei Patienten mit Prostatitis und chronischem Beckenschmerz stimmungsaufhellend wirkte, Schmerzen und Muskelkrämpfe linderte und die Schlafqualität verbesserte. Eine weitere Studie von Degenhardt et al. (2015) ergab, dass Marihuana in Kombination mit verschreibungspflichtigen Opiaten bei Patienten mit chronischen, nicht-krebsbedingten Schmerzen eine erheblich schmerzlindernde Wirkung hatte.

Negative Auswirkungen von Marihuana

Auch die negativen Auswirkungen von Marihuana wurden untersucht. Eine Studie von 2014 zeigte, dass das Rauchen von Marihuana das Lungenkrebsrisiko erhöht. Allerdings konnte die Studie nur nachweisen, dass der Rauch (und nicht Cannabis selbst) das Lungengewebe schädigt. Diese Problematik kann durch alternative Einnahmemethoden umgangen werden.

Risikobewertung von Marihuana und anderen Substanzen

Ist Marihuana wirklich so gefährlich, wie es oft dargestellt wird? Eine Studie von Lachenmeier und Rehm (2015) verglich das Risiko verschiedener bewusstseinsverändernder Substanzen wie Alkohol, Tabak, Cannabis und anderen illegalen Drogen wie Heroin. Die Studie fand heraus, dass Cannabis die am wenigsten bedenkliche Substanz war, während Alkohol als die gefährlichste Droge eingestuft wurde.

Die Methode der Studie, bekannt als 'Margin of Exposure' (MOE), vergleicht das Verhältnis zwischen dem durchschnittlichen Konsum und der toxikologischen Schwelle einer Substanz. Je höher das MOE, desto sicherer ist die Substanz. Alkohol erreichte den höchsten Risiko-Wert, gefolgt von Heroin, Kokain, Nikotin, MDMA, Methamphetamin, Methadon, Amphetamin, Diazepam und schließlich THC (Marihuana). Marihuana war mehr als 100 Mal weniger toxisch als Alkohol.

Schlussfolgerung

Diese Ergebnisse zeigen, dass die gesundheitlichen Risiken von Marihuana im Vergleich zu Alkohol und Tabak weit überschätzt wurden. Marihuana ist eine der am meisten missverstandenen Pflanzen und wird oft zu Unrecht verleumdet. Obwohl die Studie nur die toxischen Effekte untersuchte und keine sozialen Auswirkungen berücksichtigte, deutet sie darauf hin, dass die aktuelle Marihuana-Politik veraltet ist und einer Neubewertung bedarf.


Referenzen

  1. National Institute of Drug Abuse (2014). Marijuana.
  2. Pacula, R., et al. (2015). Assessing the Effects of Medical Marijuana Laws on Marijuana Use: The Devil is in the Details.
  3. Tripp, D., et al. (2014). A survey of cannabis use and self-reported benefit in men with chronic prostatitis/chronic pelvic pain syndrome.
  4. Degenhardt, L., et al. (2015). Experience on adjunctive cannabis use for chronic non-cancer pain: Findings from the Pain and Opioids IN Treatment (POINT) study.
  5. Underner, M., et al. (2014). Cannabis smoking and lung cancer.
  6. Lachenmeier, D. & Rehm, J. (2015). Comparative risk assessment of alcohol, tobacco, cannabis and other illicit drugs using the margin of exposure approach.