Menopause natürlich begleiten: Was wirklich hilft – und warum
Autorin des Artikels: Lucy Garabas
Hitzewallungen mitten am Tag. Nächte, in denen Sie völlig verschwitzt aufwachen. Eine Stimmung, die sich scheinbar von einem Moment auf den anderen verändert. Die Menopause ist keine Krankheit – und doch gibt es kaum eine Lebensphase, die Körper und Psyche so stark aus dem Gleichgewicht bringen kann. Die gute Nachricht: Es gibt verschiedene natürliche Wirkstoffe, deren Einfluss auf hormonelles Wohlbefinden, Schlaf und psychische Balance bereits in klinischen Studien untersucht wurde. Genau diese sehen wir uns in diesem Artikel genauer an.
Was passiert während der Menopause im Körper?
Die Menopause tritt ein, wenn die Eierstöcke nach und nach weniger Östrogen und Progesteron produzieren – meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Der Zeitpunkt ist teilweise genetisch bedingt. Deshalb kann das Alter, in dem die eigene Mutter in die Wechseljahre kam, einen groben Anhaltspunkt liefern.
Der sinkende Hormonspiegel wirkt sich auf fast den gesamten Körper aus: auf die Temperaturregulation, den Schlaf, die Knochendichte, die Haut, die Stimmung und die Konzentrationsfähigkeit. Jede Frau erlebt diese Zeit anders. Manche leiden vor allem unter Hitzewallungen, andere eher unter Schlaflosigkeit, Reizbarkeit oder Erschöpfung.
Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- unregelmäßige oder veränderte Menstruation
- kürzer werdende Zyklen
- Spannungsgefühl oder Schmerzen in der Brust
- Migräne
- nächtliches Schwitzen und häufiges Aufwachen
- Schlafstörungen
- Gewichtszunahme
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
Da die Wechseljahre nicht nur für Frauen selbst, sondern oft auch für ihr Umfeld belastend sind, erklären wir im Folgenden, welche Pflanzenstoffe diese Phase auf natürliche Weise begleiten und typische Beschwerden lindern können.
Die vier Phasen der Wechseljahre
Prämenopause bezeichnet die Zeit vor den ersten hormonellen Veränderungen, in der der Zyklus noch regelmäßig ist. Darauf folgt die Perimenopause, die meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr beginnt und mehrere Jahre dauern kann. In dieser Phase treten die typischen Beschwerden am häufigsten auf.
Als Menopause wird medizinisch die letzte natürliche Monatsblutung bezeichnet. Sie lässt sich erst rückblickend bestätigen, wenn zwölf Monate lang keine weitere Blutung aufgetreten ist. Anschließend beginnt die Postmenopause, die bis zum Lebensende anhält und durch dauerhaft niedrige Östrogenspiegel geprägt ist.
Beschwerden wie Scheidentrockenheit sowie ein erhöhtes Risiko für Osteoporose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auch in dieser Phase bestehen bleiben. Umso wichtiger sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Vorsorgeuntersuchungen.
Natürliche Unterstützung in den Wechseljahren: Was kann helfen?
Natürliche Präparate für die Wechseljahre kombinieren häufig drei Arten von Wirkstoffen:
1. Phytoöstrogene – pflanzliche Stoffe mit einer milden östrogenähnlichen Wirkung.
2. Adaptogene – Pflanzenstoffe, die die Widerstandskraft gegenüber Stress unterstützen.
3. Vitamine und Mineralstoffe – zur Unterstützung von Knochen, Nervensystem und Haut.
Phytoöstrogene: Rotklee und Traubensilberkerze
Rotklee-Extrakt gehört zu den am besten untersuchten pflanzlichen Quellen für Isoflavone. Eine aktuelle Metaanalyse von neun randomisierten klinischen Studien zeigte bei Frauen in der Peri- und Postmenopause eine statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit von Hitzewallungen gegenüber Placebo. Besonders deutlich war der Effekt bei Dosierungen von mindestens 80 mg Isoflavonen täglich über mindestens zwölf Wochen.
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa, englisch „black cohosh“) wird traditionell bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. In einer randomisierten, doppelblinden Studie mit 84 Frauen in der frühen Postmenopause verbesserte ein achtwöchiger Extrakt die Werte auf der Greene Climacteric Scale. Das bedeutet: vasomotorische, psychische und körperliche Beschwerden gingen gegenüber Placebo zurück. Anders als klassische Phytoöstrogene wirkt Traubensilberkerze vermutlich eher über Serotoninrezeptoren als direkt hormonell.
Ashwagandha KSM-66: Adaptogen für Ruhe und hormonelle Balance
Ashwagandha KSM-66 zählt zu den am besten erforschten Formen von Ashwagandha. In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studie mit 100 Frauen zwischen 45 und 55 Jahren führte die tägliche Einnahme von 600 mg Ashwagandha-Extrakt über acht Wochen zu einer signifikanten Verbesserung auf der Menopause Rating Scale. Bei den Teilnehmerinnen wurde zudem ein Anstieg des Estradiolspiegels beobachtet.
Eine weitere randomisierte Studie mit 300 mg zweimal täglich über acht Wochen zeigte eine Verringerung von Hitzewallungen, Nachtschweiß und Angstgefühlen sowie Verbesserungen beim Einschlafen und bei der Schlafqualität.
Ashwagandha wirkt nicht wie ein Hormon. Es unterstützt den Körper vielmehr dabei, mit Stress besser umzugehen und die Cortisolregulation zu stabilisieren. In Phasen hormoneller Schwankungen kann sich das durch weniger Reizbarkeit, besseren Schlaf und ein stärkeres Gefühl von Kontrolle bemerkbar machen.
Salbei: traditionelle Pflanze gegen Hitzewallungen
Salvia officinalis hat in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition. In einer achtwöchigen Studie mit 69 Frauen in den Wechseljahren reduzierte die tägliche Einnahme eines Salbei-Extrakts die Häufigkeit von Hitzewallungen deutlich. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von vier Studien mit insgesamt 310 Frauen bestätigte eine statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit von Hitzewallungen gegenüber Placebo. Bei der Intensität der Beschwerden war das Ergebnis weniger eindeutig.
Knochen, Haut und wichtige Vitamine
Der sinkende Östrogenspiegel kann die Knochendichte beeinträchtigen. Deshalb spielen Vitamin D3 und Vitamin K2 eine wichtige Rolle. Vitamin D unterstützt die Aufnahme von Calcium, während Vitamin K zu einer normalen Erhaltung der Knochen beiträgt. Vitamin B6 und B12 unterstützen das Nervensystem und helfen, Müdigkeit zu reduzieren. Hyaluronsäure kann zusätzlich die Haut von innen mit Feuchtigkeit versorgen.
Und was ist mit CBD?
Neben Kräutern und Adaptogenen kann auch CBD in den Wechseljahren unterstützend eingesetzt werden – insbesondere im Zusammenhang mit Schlaf, innerer Unruhe und psychischem Wohlbefinden. CBD beeinflusst das körpereigene Endocannabinoid-System, das unter anderem an Stressreaktionen, Schlaf und Stimmung beteiligt ist.
Für wen sind natürliche Präparate geeignet – und für wen nicht?
Natürliche Unterstützung kann besonders für Frauen in der Perimenopause und Menopause sinnvoll sein, die eine sanftere Alternative zur Hormonersatztherapie suchen, ihren Körper bereits ab etwa 40 Jahren präventiv unterstützen möchten oder Hormone nicht einnehmen wollen beziehungsweise dürfen.
Viele Frauen kombinieren natürliche Nahrungsergänzungsmittel auch mit einer ärztlich verordneten Hormontherapie. Eine solche Kombination sollte jedoch immer mit einer Ärztin oder einem Arzt abgestimmt werden.
Natürliche Präparate sind nicht für Kinder, Schwangere oder Stillende bestimmt. Vorsicht ist außerdem bei bestehenden oder vermuteten Lebererkrankungen geboten. Einige Pflanzenstoffe, insbesondere Traubensilberkerzen-Extrakt, können bei längerer Einnahme in höheren Dosierungen die Leberfunktion beeinflussen.
Auch bei der Einnahme verschreibungspflichtiger Medikamente sollten mögliche Wechselwirkungen mit einer Ärztin, einem Arzt oder in der Apotheke abgeklärt werden.
Wann sollten Sie nicht mehr nur auf natürliche Unterstützung setzen?
Natürliche Nahrungsergänzungsmittel und Heilpflanzen können bei leichten bis mittelstarken Wechseljahresbeschwerden eine sinnvolle Unterstützung sein. Wenn die Beschwerden Ihre Lebensqualität jedoch deutlich beeinträchtigen, über mehrere Monate anhalten oder sehr starke Hitzewallungen, chronische Schlaflosigkeit, ausgeprägte Stimmungsschwankungen oder Angstzustände auftreten, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Eine ärztliche Untersuchung kann andere Ursachen ausschließen und dabei helfen, die geeignete Behandlung zu finden. Sofort abgeklärt werden sollten ungewöhnlich starke Blutungen, Blutungen nach mehr als einem Jahr ohne Menstruation sowie andere auffällige gynäkologische Beschwerden. Natürliche Unterstützung und medizinische Behandlung schließen einander nicht aus – häufig ergänzen sie sich sinnvoll.
Worauf sollten Sie bei der Auswahl achten?
- Standardisierte Extrakte statt einfachem Pflanzenpulver. Bei Ashwagandha sind geprüfte Formen wie KSM-66 sinnvoll, bei Rotklee standardisierte Isoflavon-Gehalte.
- Dosierungen, die sich an Studien orientieren. Zu niedrige Mengen führen häufig nicht zum gewünschten Effekt.
- Realistische Erwartungen. Pflanzenstoffe wirken nicht über Nacht. Erste Veränderungen zeigen sich oft nach zwei bis vier Wochen, die volle Wirkung häufig erst nach sechs bis acht Wochen regelmäßiger Einnahme.
- Eine Kombination verschiedener Wirkprinzipien. Da die Wechseljahre Hormone, Nervensystem, Knochen und Haut gleichzeitig betreffen, ist eine Kombination aus Phytoöstrogenen, Adaptogenen und Vitaminen oft sinnvoller als ein einzelner Wirkstoff.
- Eine klare und saubere Zusammensetzung. Achten Sie auf transparent deklarierte Mengen und möglichst wenige unnötige Zusatzstoffe.
Kapseln oder Pflaster?
Kapseln eignen sich für eine umfassende, langfristige Unterstützung von innen. Sie können mehrere Pflanzenextrakte, Adaptogene, Vitamine und weitere Mikronährstoffe kombinieren.
Pflaster geben ihre Wirkstoffe dagegen nach und nach über die Haut ab. Sie sind diskret, einfach anzuwenden und können besonders praktisch sein, wenn Sie nicht mehrmals täglich an die Einnahme von Kapseln denken möchten.
Die Menopause verdient Unterstützung – nicht nur Geduld
Die Menopause ist ein natürlicher Teil des Lebens und keine Diagnose, die man einfach „aushalten“ muss. Pflanzenstoffe und Adaptogene wie Ashwagandha KSM-66, Rotklee, Traubensilberkerze oder Salbei können Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen auf natürliche Weise begleiten. Entscheidend sind eine hochwertige, standardisierte Zusammensetzung, ausreichend Zeit für die Wirkung und eine ärztliche Beratung bei starken oder ungewöhnlichen Beschwerden.
Quellen:
