CBD und Sarkoide bei Pferden: Studie aus dem Jahr 2026 untersucht den Einfluss von Cannabidiol auf Tumorzellen

Sarkoide sind für viele Pferdehalter ein echter „Schrecken“. Sie zählen zu den häufigsten Hauttumoren beim Pferd. Die gute Nachricht: Sie metastasieren in der Regel nicht (bilden also keine Fernmetastasen). Die weniger gute: Sie können lokal invasiv sein, empfindlich reagieren, leicht aufscheuern und gelegentlich wiederkehren.

 

Im Januar 2026 erschien im Journal of Veterinary Internal Medicine eine Open-Access-Studie, die untersucht hat, wie Cannabidiol (CBD) auf Zellen equiner Sarkoide unter Laborbedingungen (in vitro) wirkt.

Schnelle Zusammenfassung

  • Im Labormodell zeigte sich eine Aktivierung der Apoptose (programmierter Zelltod) bis zu 75 % nach 72 h.
  • Es kam zu einer Reduktion der Enzyme MMP-1, MMP-2 und MMP-9 (relevant für Gewebeumbau).
  • Im Invasivitätstest war ein Rückgang erkennbar, aber nicht statistisch signifikant.
  • Bei gesunden Hautzellen zeigte sich kein negativer Effekt.
  • In vitro ≠ Behandlung beim Pferd. Die Studie liefert weder Dosierung noch klinisches Vorgehen.

Was sind Sarkoide?

Ein Sarkoid ist ein lokal invasiver Hauttumor, der häufig mit dem bovinen Papillomavirus (BPV) in Zusammenhang gebracht wird. In entfernte Organe breitet er sich meist nicht aus, kann aber in umliegendes Gewebe einwachsen und wird leicht mechanisch gereizt (durch Reibung, Schürfstellen, Insekten).

Warum ist das so komplex?
Ein Schlüsselbegriff ist das Remodeling der extrazellulären Matrix – vereinfacht: der „Umbau“ des umliegenden Gewebes. Dadurch kann der Tumor Bedingungen schaffen, die seine lokale Ausbreitung begünstigen.

Was hat die Studie im Jahr 2026 untersucht?

Die Autor:innen arbeiteten mit 3 primären Zelllinien, die aus equinen Sarkoiden gewonnen wurden. Diese Zellen wurden unterschiedlichen Konzentrationen von Cannabidiol ausgesetzt, und die Reaktion wurde über die Zeit (6–72 Stunden) beobachtet.

 

Untersucht wurden vor allem:

  • Vitalität (wie viele Zellen „funktionieren“),
  • Zytotoxizität (Zellschädigung),
  • Apoptose (programmierter Zelltod),
  • Invasivität (Fähigkeit, durch die Matrix „einzuwachsen“),
  • die Enzyme MMP-1, MMP-2 und MMP-9 (relevant für Gewebeumbau).

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

A) Apoptose: programmierter Zelltod nahm über die Zeit zu

  • Nach 48 Stunden erreichte die Apoptose bis zu 49,5 %.
  • Nach 72 Stunden stieg sie auf bis zu 75 %.

Im Labormodell gingen die Zellen schrittweise in den programmierten Zelltod über.

B) MMP-Enzyme: deutlicher Rückgang bei Markern des Gewebeumbaus

MMP (Matrix-Metalloproteinasen) hängen damit zusammen, wie ein Tumor mit dem umliegenden Gewebe „arbeitet“. Bei Sarkoiden ist das vor allem im Hinblick auf die lokale Invasivität relevant.

 

  • MMP-1 ↓ um etwa 49 % nach 24 h
  • MMP-2 ↓ bis zu 84 % nach 6 h
  • MMP-9 ↓ ungefähr um 37–45 %

 

Im Labortest sanken deutlich jene Enzyme, die dem Tumor das Einwachsen in umliegendes Gewebe erleichtern können.

C) Invasivität: Rückgang sichtbar, aber ohne statistische Signifikanz

Nach 24 Stunden wurde ein Rückgang der Invasivität um 34–59 % beschrieben. In diesem Experiment war das Ergebnis jedoch nicht statistisch signifikant.

 

Die Zellen breiteten sich im Test weniger aus – der Effekt war aber nicht eindeutig genug, um als gesichert zu gelten.

Wichtiges Sicherheitssignal:
Gesunde Hautzellen wurden im Test nicht geschädigt – das deutet darauf hin, dass sich der Effekt vor allem auf Tumorzellen bezog.

Was bedeutet das für die Praxis (und was nicht)

Achtung: Es handelt sich um eine In-vitro-Studie (isolierte Zellen). Das ist keine klinische Prüfung am lebenden Pferd. Die Studie liefert keine Dosierung und bestätigt keinen therapeutischen Effekt in der Praxis.

Was dennoch spannend ist: Die Studie zeigt konkrete Mechanismen (Apoptose, MMP-Enzyme), die mit Gewebeumbau und lokaler Aggressivität zusammenhängen. Deshalb wird Cannabidiol als Thema für weitere Forschung in der Veterinär-Onkologie diskutiert.

Was tun als Pferdehalter:in, wenn ein Sarkoid im Raum steht?

Wenn Sie eine verdächtige Hautveränderung entdecken

  1. Tierärztliche Abklärung: Diagnose absichern (Foto, Beschreibung, ggf. Biopsie nach Empfehlung).
  2. Reizung reduzieren: Vermeiden Sie Scheuern durch Ausrüstung; ggf. Decke erwägen, um Insektenbelastung zu verringern.
  3. Monitoring: 1× pro Woche Foto bei gleichem Licht und aus gleicher Distanz.
  4. Management: Einen pferdegerechten Alltag schaffen – Stress minimieren, Komfort erhöhen, Regeneration fördern und die Hautpflege im Blick behalten.

Praxistipp:
Am meisten hilft, wenn Sie „Daten“ sammeln: Fotos im Verlauf, Notizen (Reizfaktoren, Wetter, Insekten, Änderungen an der Ausrüstung). Das erleichtert Tierärzt:innen die Entscheidung deutlich.

Lucy-Garabas

Lucy Garabas
Tierberaterin, Hanf-Gesundheit

„Sarkoide können vor allem deshalb belastend sein, weil sie sich unvorhersehbar verhalten und häufig wiederkehren. Diese Studie ist interessant, weil sie konkrete zelluläre Mechanismen zeigt – insbesondere den Einfluss auf Enzyme, die mit dem Gewebeumbau verbunden sind. Gleichzeitig ist es wichtig, fair zu sagen: Das ist ein Labormodell, kein klinischer Wirksamkeitsnachweis. Wenn Halter:innen über unterstützende Optionen nachdenken, empfehle ich das Vorgehen gemeinsam mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt und eine regelmäßige Dokumentation des Befunds.“

CBD für Pferde als Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens

Cannabidiol wird bei Pferden häufig zur Unterstützung der inneren Balance eingesetzt – zum Beispiel bei Stress, Anspannung oder für mehr allgemeinen Komfort. Im Bereich von Hauttumoren steht die Forschung noch am Anfang, dennoch setzen viele Halter:innen auf eine unterstützende Routine (Wohlbefinden, Stressmanagement, Regeneration, Hautqualität).

 

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Hinweis: Die Produkte sind nicht zur Behandlung von Sarkoiden bestimmt. Bitte handeln Sie stets in Abstimmung mit Ihrer Tierärztin bzw. Ihrem Tierarzt.

Mini FAQ

Kann ich anhand der Studie eine Dosierung festlegen?
Nein. Die Studie ist ein Laborversuch und gibt keine Dosierung für Pferde vor.

Ist das ein Beweis, dass CBD Sarkoide heilt?
Nein. Es handelt sich um mechanistische Ergebnisse an Zellen, die einen Ansatzpunkt für weitere Forschung liefern.

Was ist der sinnvollste erste Schritt?
Tierärztliche Untersuchung, Reizfaktoren reduzieren, Fotodokumentation und eine pferdefreundliche Routine zur Unterstützung des Wohlbefindens.

Fazit

Die Studie aus dem Jahr 2026 liefert einen ersten detaillierten Einblick, wie Zellen equiner Sarkoide unter Laborbedingungen auf Cannabidiol reagieren. Das ist keine fertige Lösung, aber ein wichtiger Schritt, um Mechanismen rund um Gewebeumbau und lokale Invasivität besser zu verstehen.

 

Quelle: Semik-Gurgul E. et al., Cannabidiol-induced cellular and matrix-associated responses in primary equine sarcoid cells, Journal of Veterinary Internal Medicine (2026). DOI: https://doi.org/10.1093/jvimsj/aalaf015

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