Was kann man einem Hund für die Verdauung geben?

Autorin des Artikels: Lucie Garabas

 

Eine gesunde Verdauung ist für Hunde eine wichtige Grundlage für ihr Wohlbefinden – funktioniert sie nicht richtig, kann sich das auf die Stimmung, das Fell und die allgemeine Vitalität auswirken. Doch auch ein gesunder Hund kann gelegentlich Magen-Darm-Probleme bekommen: Durchfall, Erbrechen oder ein aufgeblähter Bauch nach einem ungeeigneten Happen sind keine Seltenheit. Schauen wir uns an, was dahinterstecken kann, wann ein Tierarztbesuch notwendig ist und wie sich die Verdauung auf natürliche Weise unterstützen lässt.

Wie funktioniert die Verdauung beim Hund?

Das Verdauungssystem des Hundes arbeitet in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Die Nahrung gelangt zunächst durch die Speiseröhre in den Magen. Dabei spielt auch eine Rolle, wie gründlich der Hund sein Futter kaut, denn dies beeinflusst, wie leicht es anschließend weiterverarbeitet werden kann. Im Magen wird die Nahrung mit Verdauungssäften und Enzymen vermischt, die sie in kleinere Bestandteile zerlegen. Anschließend gelangt sie in den Dünndarm, wo die Nährstoffe in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Zum Schluss erreicht der Nahrungsbrei den Dickdarm, in dem weiteres Wasser entzogen und der Kot gebildet wird.

 

DE-Verdauung

Wie lange dauert die Verdauung beim Hund?

Wie schnell ein Hund seine Nahrung verdaut, hängt unter anderem von seiner Größe, seinem Alter, seinem Stoffwechsel und der Art des Futters ab. Dosen- oder Nassfutter wird aufgrund seines höheren Feuchtigkeitsgehalts schneller verarbeitet – üblicherweise innerhalb von 4 bis 8 Stunden. Trockenfutter benötigt länger und wird meist innerhalb von 8 bis 12 Stunden verdaut. Frisst ein Hund einen fleischigen Knochen, kann die Verdauung sogar mehrere Tage dauern, da kleine Knochenbestandteile im Verdauungstrakt nach und nach verarbeitet werden.

Die häufigsten Verdauungsprobleme bei Hunden

Zu den Beschwerden, mit denen Hundehalter besonders häufig konfrontiert werden, gehören Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Magen-Darm-Infektionen, Allergien oder Futtermittelunverträglichkeiten und in ernsteren Fällen auch Fremdkörper, die im Verdauungstrakt stecken bleiben.

Wie erkennt man einen Darmverschluss beim Hund?

Ein Darmverschluss gehört zu den akuten und potenziell lebensbedrohlichen Zuständen. Warnsignale sind beispielsweise Erbrechen – möglicherweise auch mit Blut –, ausbleibender Kotabsatz, starke Bauchschmerzen, Unruhe oder ein deutlich aufgeblähter Bauch. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Hund betroffen sein könnte, sollten Sie kein Risiko eingehen und sofort tierärztliche Hilfe suchen. In einem solchen Fall sollte keinesfalls abgewartet werden.

Was tun, wenn der Hund Verdauungsprobleme hat?

Die ersten Maßnahmen sind meist unkompliziert. Sorgen Sie zunächst für RuheStress kann Verdauungsbeschwerden zusätzlich verstärken, weshalb ein ruhiger Rückzugsort ohne Störungen hilfreich sein kann. Bei Durchfall oder Erbrechen kann es sinnvoll sein, das Futter für einige Stunden wegzulassen und anschließend kleinere Portionen häufiger anzubieten, damit der Magen nicht unnötig belastet wird. Frisches Wasser sollte jederzeit zur Verfügung stehen, da der Körper bei Erbrechen und Durchfall schnell Flüssigkeit verliert. Notieren Sie außerdem, welche Symptome auftreten und wie häufig – solche Informationen können dem Tierarzt helfen, die Ursache schneller einzugrenzen. Halten die Beschwerden länger als einen Tag an, tritt Blut auf oder verschlechtert sich der Zustand, sollten Sie nicht länger mit einem Tierarztbesuch warten.

 

Bei einem möglicherweise lebensbedrohlichen Zustand suchen Sie bitte umgehend einen tierärztlichen Notdienst in Ihrer Nähe.

Kräutertees zur Unterstützung der Verdauung

Einige Kräutertees können den Verdauungstrakt des Hundes sanft unterstützen. Pfefferminze wird traditionell bei Blähungen und leichter Übelkeit eingesetzt – eine passende Möglichkeit ist beispielsweise Hanftee mit Minze. Kamille gehört zu den klassischen Kräutern bei einem gereizten Magen und wird aufgrund ihrer beruhigenden Eigenschaften geschätzt – entweder pur oder beispielsweise als Hanftee mit Kamille.

 

Etwas weniger bekannt ist Schafgarbe, die traditionell ebenfalls zur Unterstützung des Verdauungssystems eingesetzt wird und sich beispielsweise bei Durchfall eignen kann. Malventee legt sich dagegen wie eine schützende Schicht auf gereizte Schleimhäute und kann diese beruhigen. Bei allen Tees gilt jedoch eine wichtige Regel: Sie sollten weder Zucker noch andere Zusätze enthalten, die dem Hund möglicherweise schaden könnten.

Hanfkleie und die Verdauung beim Hund

Hanfkleie entsteht als Nebenprodukt beim Schälen von Hanfsamen und ist ein energiereiches Futtermittel, das sich auch langfristig als Ergänzung verwenden lässt. Sie enthält rund 42 % Ballaststoffe und schafft damit günstige Bedingungen für Mikroorganismen, die an der Verdauung und Nährstoffaufnahme beteiligt sind. Dadurch unterstützt sie eine ausgewogene Darmflora und kann dazu beitragen, unerwünschte Stoffe aus dem Dickdarm auszuscheiden. Hanfkleie eignet sich als Ergänzung des Futters beispielsweise bei Durchfall, Verstopfung oder Appetitlosigkeit. Darüber hinaus enthält ein Kilogramm Kleie etwa 140 g hochwertiges Öl mit einem günstigen Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren sowie Phytosterole, Phospholipide und natürliches Vitamin E. In der Regel genügt ein Esslöffel täglich, unter das Futter gemischt.

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CBD und die Verdauung bei Hunden

Im Darm des Hundes befindet sich ein Netzwerk von Cannabinoid-Rezeptoren, die Teil des Endocannabinoid-Systems sind. CBD kann dieses System indirekt beeinflussen. Das Endocannabinoid-System ist unter anderem an verschiedenen Regulationsprozessen des Körpers beteiligt, darunter auch Prozesse im Verdauungstrakt. CBD wird daher zunehmend im Zusammenhang mit dem allgemeinen Wohlbefinden und einer ausgeglichenen Verdauung bei Hunden eingesetzt.

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Eine wichtige Ausnahme gibt es jedoch: In der akuten Phase schwerer Verdauungsprobleme sollte CBD nicht als Ersatz für eine tierärztliche Behandlung eingesetzt werden. Suchen Sie zunächst einen Tierarzt auf. Eine ergänzende Anwendung kommt eher infrage, wenn die akuten Beschwerden abgeklungen sind. Die Dosierung richtet sich anschließend unter anderem nach dem Körpergewicht des Hundes.

Weitere Nahrungsergänzungen für die Verdauung

Neben Hanfkleie und CBD sind insbesondere drei weitere Gruppen von Ergänzungen erwähnenswert. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die dazu beitragen können, ein ausgewogenes Verhältnis der Darmbakterien zu erhalten. Sie werden häufig beispielsweise nach einer Antibiotikabehandlung oder bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Präbiotika dienen wiederum als „Nahrung“ für diese nützlichen Bakterien und unterstützen dadurch indirekt auch das allgemeine Wohlbefinden. Verdauungsenzyme können Hunden, deren Körper bestimmte Enzyme nicht ausreichend selbst produziert, dabei helfen, Futterbestandteile effizienter aufzuspalten und so die Verdauung zu erleichtern.

Die richtige Ernährung als Grundlage

Kein Nahrungsergänzungsmittel kann eine hochwertige und ausgewogene Ernährung ersetzen. Der Speiseplan eines Hundes sollte ausreichend hochwertige Proteine enthalten, beispielsweise aus Huhn, Rind, Fisch oder Lamm, dazu geeignete Fette wie Lein- oder Hanföl sowie gut verträgliche Kohlenhydratquellen wie Hafer, Süßkartoffeln oder Linsen. Ebenso wichtig ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen – darunter die Vitamine A, D, E und B-Vitamine sowie Calcium, Phosphor und Eisen. Die Futtermenge sollte immer an Alter, Größe und Aktivitätsniveau des jeweiligen Hundes angepasst werden. Bestehen Allergien, Unverträglichkeiten oder gesundheitliche Einschränkungen, empfiehlt es sich, die Ernährung direkt mit einem Tierarzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung für Hunde abzustimmen.

Vorbeugung von Verdauungsproblemen

Viele Verdauungsbeschwerden lassen sich durch einige grundlegende Maßnahmen vermeiden. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die zum Alter und zu den individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes passt, und vermeiden Sie Essensreste vom Tisch oder besonders fettreiche Leckereien. Auch Überfütterung sollte vermieden werden, da große Portionen den Verdauungstrakt unnötig belasten können. Regelmäßige Bewegung unterstützt die Darmtätigkeit. Geeignete Kauspielzeuge oder Kauartikel beschäftigen den Hund und können gleichzeitig zur Zahnpflege beitragen. Auch eine regelmäßige Kontrolle und gegebenenfalls Behandlung gegen Parasiten ist wichtig, da ein Parasitenbefall die Verdauung deutlich beeinträchtigen kann. Regelmäßige tierärztliche Vorsorgeuntersuchungen helfen außerdem dabei, mögliche gesundheitliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

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